Die heilpädagogische Arbeit mit Pferd und Hund umfasst pädagogische, psychologische, psychotherapeutische, rehabilitative und soziointegrative Angebote mit Hilfe der Tiere.
Das Tier als Mittler zwischen Pädagogin und Klient – es entsteht eine Dreiecksbeziehung, woraus sich eine individuelle Förderung ergibt, d.h. vor allem eine günstige Beeinflussung von Befinden, Verhalten und Entwicklung.
Es steht nicht die reitsportliche Ausbildung im Vordergrund, sondern der Kontakt zu sich, dem Tier, dem Pädagogen und der Umgebung.
Tiere „bewegen“ uns. Sie leben komplett in der Gegenwart, sind frei von Vorurteilen und dienen als Spiegel durch ihre feine und sensible Reaktion auf unser Verhalten und unsere Körpersprache. Sie sind ansteckend in ihrer Kraft und Lebendigkeit. Sie helfen uns mehr zu spüren, zu entspannen und ein positives Körpergefühl zu entwickeln.
Durch den Umgang mit dem Tier, mittels Übungen und Gespräche lernen wir die Botschaften des eigenen Körpers und des Empfindens besser zu verstehen – wir werden im Kontakt mit den Tieren uns selbst begegnen.
Die heilpädagogische Arbeit mit Pferd und Hund ist ein ganzheitlicher Förderansatz, der den Körper, den Geist und die Seele gleichermassen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene anspricht mit
- geistigen/körperlichen Einschränkungen
- Bewegungsauffälligkeiten
- Lernstörungen, Teilleistungsschwächen
- Sinnesschädigungen
- Verhaltensauffälligkeiten, autistischen Verhaltensweisen
- psychischen Störungen und psychosomatischen Erkrankungen
- Lernschwierigkeiten
- Sozialen Umgangsschwierigkeiten
Wirkung
- Verbesserung des Körperbewusstseins und der Wahrnehmung
- Förderung der Grob-und Feinmotorik
- Erlernen sozialer Kompetenzen
- Erhöhung der Lern- und Leistungsbereitschaft
- Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit
- Übernehmen von Verantwortung für sich und andere
- Persönlichkeitsentwicklung
- Erfahren von Zuwendung, Geborgenheit und Anerkennung
- Förderung im sprachlichen Bereich
- Stärkung des Selbstbewusstseins
Inhalte und Methode
Die Mensch, Pferd und Hunde-Therapie setzt sich aus der Methode des Heilpädagogischen Reitens der Schweizer Gruppe für therapeutisches Reiten (SGTR) sowie der Lehre des I.E.T. in Zürich zusammen.
Die Therapie wird individuell auf jeden Klienten abgestimmt und beinhaltet folgende Tätigkeitsfelder:
- Kennenlernen des Wesens Pferd oder Hund anhand von Beobachten des Herdenverhaltens
- Erkennen und Erfüllen der Bedürfnisse des Tieres
- Wahrnehmen des Pferde-Hundekörpers mit allen Sinnen
- Erlernen der Körpersprache des Pferdes durch Bodenarbeit oder Übungen mit dem Hund
- Erfahren der Pferdebewegung (geführt, longiert,frei)
- Freiarbeit auf der Wiese
- Arbeiten im Stall (Füttern, Misten etc.)
- Jahreszeiten, Jahresfeste oder spezielle Themen wie z.B. Schatzreise oder Entspannungsstunden mit Musik
- Erlebnisspaziergänge
- Geführtes Reiten in der Natur
Therapieverlauf
- Erstgespräch: Information über Therapie und Wünsche der Eltern/ Lehrer/ Therapeuten.
- Schnupperstunde: Gemeinsam mit den Therapiepferden und dem Hund mache ich mir ein Bild über die Stärken und Bedürfnisse des Kindes und der Priotität dem Tier gegenüber. Im Anschluss wird bei einem gemeinsamen Anamnesegespräch ein individuelles Konzept besprochen.
- Nach einer erstmaligen Therapiedauer von 30 Einheiten findet ein Gespräch statt, wo gemeinsam über den weiteren Verlauf bzw. den Abschluss entschieden wird.
Therapieformen
- Einzeltherapie ( 45min. / 60 min.)
- Gruppentherapie ( 60 min.)
- Familientherapie ( 60 min.)
- Frühförderung ( 30 min. / 60min.)